Paris 2025
Donnerstag, 15.05.2025

Seit Anfang des Jahres gibt es die ICE-Direkt-Verbindung Berlin-Paris-Berlin, weswegen wir uns frühzeitig um ein Super-Spar-Ticket beworben hatten und dieses für Mitte Mai für Jule und uns dann auch buchen konnten.
Start war Berlin Hauptbahnhof 11:54 Uhr Gleis 14. Wir haben drei Plätze um einen Tisch in einem Großraum-Waggon reserviert. Ab Frankfurt haben wir eine junge, asiatische Mitreisende an unserem Tisch, die bis Paris aber nur mit ihrem Laptop beschäftigt ist.
Aus den acht Stunden Fahrzeit wurden dann leider fast neun Stunden wegen diverser unvorhergesehener Ereignisse (Kinder im Gleis zwischen … und Mannheim).




In Karlsruhe wurde es richtig voll. In Strassbourg stiegen dann viele Passagiere wieder aus und es ging ohne Unterbrechung mit zeitweise 320 km/h und mehr bis nach Paris Gare de l’Est. Mit der Metro fahren wir bis zur Endstation Gallieni und müssen vorher einmal an der Station Opéra umsteigen. Unser Hotel “Reseda”, welches eher zu der anspruchsloseren Kategorie gehört, hat aber den Vorteil, unmittelbar an einer Metrostation zu liegen. Ansonsten ist die Gegend nicht so toll. Direkt vor unserem Fenster führt die Tag und Nacht stark frequentierte Pariser Ringautobahn vorbei. Jule bezieht ein Zimmer im fünften und wir im siebenten Stock. In einem Supermarkt holen wir uns noch was zum Abendbrot. War das eine Ratte? Ja.
Freitag, 16.05.2025
Wir treffen uns mit Jule gegen neun beim ”Subway” im nahen Centre Commercial zum Frühstück und fahren dann mit der Metro zum Louvre. Wir haben für elf Uhr unsere Eintrittskarten vorab gebucht und überbrücken die Zeit bis dahin mit lustigen Fotos bei herrlichstem Wetter vor dem Eingang. Um elf betreten wir durch die Pei’sche Glaspyramide den Eingang zum Museum und fahren mit zwei Rolltreppen hinunter in den Empfangsbereich. Dieses Museum ist wirklich, wirklich gut besucht – aber es gibt offenbar eine effektive Logistik, diese Besuchermassen zu managen.
Das Museum ist riesig. Irgendjemand hat mal ausgerechnet, wie viele Monate es bräuchte, wenn man nur 5 Minuten vor jedem Exponat stehen würde. Wir interessieren uns erstmal nur für die Gemälde und da sind einige Highlights dabei, die eigentlich jeder schon mal irgendwo gesehen hat. Ich sag’ nur Da Vinci, Michelangelo, Raffael, Botticelli …
Frau Mona Lisa ist derart stark belagert, dass wir nur mal kurz einen Blick aus der Entfernung darauf werfen. Aber es gibt sehr viele weitere bekannte und unbekannte Werke alter und neuer Meister, die man sich auch in Ruhe ansehen kann.
Nach ca. zwei Stunden verlassen wir den Louvre und irren auf der Suche nach dem Ausgang zum Tageslicht erstmal vorbei an diversen unterirdischen Shops und Restaurants. Endlich oben angekommen, empfangen uns die Tuilerien-Gärten, die Sonne scheint und ein Akkordeon spielt.
Wir setzen uns auf die grünen Stühle an einem der großen Bassins und beobachten eine Entenfamilie mit vier winzigen Küken. Um letztere machen wir uns etwas Sorgen, denn im selben Brunnen schwimmen auch ein paar sehr große Koi-Karpfen. Allerdings machen sich Koi-Karpfen offenbar nichts aus Entenküken.
Wir finden nun, man sollte sich Paris auch mal vom Wasser aus ansehen und entern ein Boot der Reederei BatoBus. Ein Hop-On-Hop-Off-Ticket kostet €23,00 und ist 24 Stunden gültig. Die Boote fahren ständig zwischen Eiffelturm und Jardins des Plantes hin und her.






Nach der Tour haben wir alle einen kleinen Sonnenbrand, haben aber auch sehr viel gesehen.
Dinner in einem netten Restaurant im Quartier Latin mit einer hauseigenen Katze sowie Schnecken und Froschschenkeln auf der Karte. Bier: €10,00.
Zum Sonnenuntergang fahren hinauf auf den Montmartre zur Kirche Sacre Coeur und genießen das gesellige Treiben mit Blick auf die Stadt.







Danach noch Stippvisite vorm Moulin Rouge. Susanne und Jule kaufen sich ein Crepés mit Nutella




Sonnabend, 17.05.2025
Ausgeschlafen und Frühstück (Omelett und Kaffee) im Doppeldeckerbus gegenüber. Mit einem Bus der Linie 76 fahren wir bis zum Hotel de Ville. Hier findet eine “Demonstration der Wütenden Motorradfahrer Frankreichs” (o.s.ä.) statt. Wir setzen uns in einen Rosengarten direkt am Rathaus und warten bis zum Beginn unserer geführten Fahrradtour um 14:30 Uhr. Vorher noch auf der Suche nach einem Klo in ein nahes Kaufhaus bis in die fünfte Etage gefahren und dort auch nur eine lange Schlage vor den Toiletten vorgefunden.
Wir schaffen es gerade so zum Treffpunkt zur Fahrradtour und werden dort von unserem Guide Clement – wir können ihn auch Klemenz nennen – begrüßt. Mit dabei ist noch ein älteres Ehepaar aus Oberbayern: Der Fritz und die Annemarie.
Wir bekommen unsere Räder im Parkhaus, wer will, kann hier noch mal aufs Klo, denn die Tour wird ungefähr drei Stunden dauern. Wetter ist super.
Paris hat in den letzten 10 Jahren unter seiner grünen Bürgermeisterin Anne Hidalgo sehr viel für den Ausbau von Fahrradwegen getan. Die meisten großen Autostraßen wurden neu aufgeteilt: 2 Drittel für den Autoverkehr, ein Drittel für Fahrräder. Mittlerweile haben sich die Pariser daran gewöhnt, öfter aufs Auto zu verzichten und bei der letzten Bürgermeisterwahl wurde Madame Hidalgo sogar wiedergewählt.
Wir radeln über die Ile de la Cité und Klemenz lässt ab und zu mal halten und erzählt was über Geschichte und Architektur, so vor der Academy Francais, der Kirche St. Germain des Pres (wo wir mal kurz reinschauen) und an der Pont Alexandre III. mit dem Grand und Petit Palais.
Die gesamte Strecke kommt an den wesentlichsten Highlights im Pariser Zentrum vorbei und erstreckt sich über ca. 10 km. Durch die Tuileriengärten schieben wir die Räder. Am Place de la Concorde halten wir an der Stelle, wo um 1793 die Guillotine ihren Dienst verrichtete.
Zuletzt fahren wir auf einer Uferpromenade sowie durch einen Autotunnel, die jetzt komplett für Kfz gesperrt wurden und sich zu beliebten Flaniermeilen entwickelt haben.








Klemenz gibt uns noch den Tipp zu einem nahem Restaurant “Zum Fuchs”, wo wir mit der Annemarie und dem Fritz ein Bier bzw. ein Glas Wein trinken. Jule isst einen Salat.
Abends im Hotel ESC auf France2 geguckt. Ich bin der letzte, der bis zum Ende der Punkteauszählung durchhält.
Sonntag, 18.05.2025
Ausgeschlafen. Mit Metro und Bus geht es quer durch ganz Paris bis nach Versailles. Natürlich ist es hier an einem Sonntag im Mai und bei diesem Bombenwetter nicht gerade leer, aber in den Park kommt man relativ schnell. Wir überlegen kurz, uns einen Elektro-Caddy für €42,-/Stunde zu mieten, entscheiden uns dann aber für den Petit-Hop-on-Hop-off-Train, der mit uns über Grand Canal sowie Grand Trianon zum Petit Trianon zuckelt. Im Schatten großer Bäume wird endlich gefrühstückt.
In dem riesigen Garten finden zwischen den 5 Meter hohen Hecken an verschiedenen, teilweise versteckten Stellen zahlreiche Wasserspiele untermalt von barockem Sound statt. Die Fontänen tanzen im Rhythmus der Musik.
Um zehn vor halb sechs sollte das große Finale stattfinden, aber irgendwie haben wir verpasst, wo. Wir sitzen mit vielen anderen auf der großen Treppe mit Blick auf den goldenen Apollo-Streitwagen, der dem Großen Bassin entsteigt – aber nichts passiert.









Gegen sechs verlassen wir den Park von Versailles und fahren genauso zurück wie wir gekommen sind.
Abends u.a. flambiertes Tandori-Chicken beim Inder. Nebenan findet ein karibisches Straßenfest statt.



Montag, 19.05.2025
Ausgeschlafen. Susanne und Jule erkunden den Parc Bagnolet in der Nähe und treiben Sport. Frühstück in der Patisserie gegenüber. Wiedermal die Tageskarte am Terminal aufgeladen.
Mit der Metro zur Ile de la Cité. Zutritt zur gerade wieder eröffneten Cathédrale Notre-Dame ist ohne Vorab-Ticket aussichtslos. Wir laufen durch das Quartier Latin an der Sorbonne vorbei bis zum Panthéon und setzen uns wie vor 13 Jahren auf die Stufen am Eingang, um unser Sandwich zu essen.








Nachdem wir die großen Franzosen in der Krypta besucht haben, laufen wir zum Jardin Luxembourg und beschließen nach kurzer Pause dort spontan zum Tour Montparnasse zu laufen, der von seiner Aussichtsplattform einen großartigen Blick auf Paris verspricht. Jule bucht vorab Tickets.
Der Turm ist nicht übermäßig besucht, obwohl er sogar eine Freiluft-Terrasse bietet. Von hier blickt man sogar auf den Eiffelturm herunter. Aber man sieht so viel mehr, nämlich ganz Paris.








Abends noch kurz zum Friedhof Per Lachaise, wo wir endlich das Grab von Jim Morrison finden – was uns 2012 nicht gelungen ist.



Danach Tagliatelle, Pizza und Salat.
Susanne schreibt im Hotel noch bis 23:00 Uhr Ansichtskarten.
2 Kommentare zu „Paris 2025“
He cool, aber nur 2 Stunden im Louvre?
Obwohl ich noch nie in Paris war, kommen mir die Namen vertraut vor. Eine Fahrradtour durch Paris möchte ich auch mal machen, und 8 Stunden Zugfahrt ist gar nicht so lang.
Ein schöner Bericht, inspirierend.
Es war einfach zu schönes Wetter draußen. Wir kommen im Winter noch mal wieder…