Karlovy Vary im Advent 2021

Karlovy Vary im Advent 2021

Dienstag, 07. Dezember 2021

Altötting – Karlovy Vary

Von Altötting kommend, befuhren wir die Piste, Richtung Böhmen. Es schneite nur vereinzelt, entgegen den Befürchtungen, wegen großen Schneemassen, auf der Straße u.s.w. war nichts, genauso nichts wegen Kontrolle an der Grenze, die war verlassen. So kamen wir an eine tschechische Tankstelle, um uns eine Art Pickerl zu kaufen. Bei einsetzender Dunkelheit kamen wir in Karlsbad an. Holger telefonierte mit der Hotelrezeption und erwirkte das herunterfahren der Straßenpoller, welche die Zufahrt zum Hotel blockierten. Vorm Hotel wurde uns auch gleich unser Auto abgenommen und an einem uns unbekannten Ort geparkt. Wir möchten eine Viertelstunde vor Gebrauch des Autos Bescheid geben und der Wagen wird vorgefahren. Wir besichtigten also unser Zimmer, im zweiten Stockwerk, mit Aussicht auf die Promenade, welche dem Hotel den Namen gab. PROMENADA. Wir erkundeten die Ortschaft, zumal die weihnachtliche Baum- und Straßenbeleuchtung, nach einem Rundgang verlangte. Wir liefen rechter Hand, aus dem Hotel zum Fluss namens „Tepla“, der durch die Stadt fließt. Überall stieg Rauch auf, und wir fühlten uns im Sherlock Krimi, in London, früherer Zeiten.

Kleine beleuchtete Brücken führen über den Fluß. So bestaunten wir die herrlichen, Jugendstil,Zuckerbäckerhäuser. Holger meint, dass ist sicher nur abends im Funkellicht, so hübsch anzusehen, am morgen, stehen alltägliche graue Hochhäuser, an derer Stelle. Diese Befürchtung bewahrheitete sich aber nicht.

Wir fanden später auch gleich die Heilquellen, Namens „Trzini Kolonnada“, am Anfang des Boulevards, der von unserem Hotelfenster sichtbar ist. Reich mit hölzernen Spitzenverzierungen aus längst vergangenen Kaiserzeiten und zahlreiche Jugendstilfassaden bestimmen das Stadtbild. Die Leute, um uns und bald auch wir, schlürfen das Wasser, der Heilquellen, die in den Kollonaden, mit 50-80°C, an einigen kleinen Brünnchen zu entnehmen sind. Dazu kaufen wir uns, schmale becherartige Gefäße mit Trinktülle. Diese passen gut in unsere Jackentaschen, um täglich, 6-8 Portionen Heilwasser zu uns zu nehmen. Außerdem wärmt das Gefäß mit warmen Heilwasser, hervorragend die Hände.

Aber nun sagen wir gute Nacht und freuen uns auf neue Entdeckungen.

Mittwoch, 08. Dezember 2021

Ahoi, es gibt gutes Frühstück im Hotel. Danach gehen wir zur Funicularestation, welche wir am Vorabend entdeckten. Wir versichern uns, dass die Standseilbahn fährt und entschließen uns, den Aufstieg zu wandern, denn Abstieg wäre nicht so vorteilhaft, zumal der Wald und auch der Weg ein bisserl verschneit sind. Manches mal wurde der Weg, welcher sich zum Aussichtsturm wandt, etwas glatt und wir kamen ins Rutschen. Oben an der Bergstation, der Funiculare angekommen, erwartete uns ein Rapunzel-Aussichtsturm, mit Fahrstuhl. Durch den Nebel, rings um die Gegend, waren von hier oben nur die im Tal am nächstgelegenen Villen sichtbar. Auf dem Bergplatteau befinden sich noch Gasthaus, Minizoo und Schmetterlingshaus. Wir entschieden uns aber für die Seilbahnabfahrt, ehe die letzte Seilbahn abgefahren wäre.

Nach einer Pause im Hotel liefen wir in entgegengesetzter Richtung, die Bergstraße hinauf, um die hübsche Russisch Orthodoxe Kirche aufzusuchen, welche am Vortag, bei unserer Herfahrt auffiel. Diese hatte schon geschlossen. Aber es gab ja auch noch viel Neues zu entdecken. So fanden wir, die Straße wieder abwärts zum Fluss führend, eine weitere Kaiserkolonnade “Parkkolonnade“ geheißen, da sie an einem kleinen verwunschenen, Dvorak- Park, mit Ententeich und Hängeweiden lag. Die Schlangenfiguren, die einige Heilwasseraußgießer zieren, rühren von den Blindschleichen her, oder wurden zu ihrer Ehren dargestellt.(die Tierchen mögen das warme, feuchte Wasser sicher sehr, und tummeln sich um dies Quellen). Wir mögen das Wasser ebenso und schlenderten, Wasser schlürfend,(aus den Porzellanbecherchen,welche wir in unserer Jackentasche), allzeit bereit,mit uns führen. An der Hotelrezeption meldeten wir unseren Saunawunsch an und in 20 Minuten können wir die hauseigene Sauna benutzen. Wir liefen im Hotel, mit Bademantel und Puschen zur oberen Tür, im oberen 3. Stock und über einen äußeren Tunnel, aufs Dach, ins Saunabad, nur für uns alleine. Wir kommen sicher nochmal wieder, tat gut, die Sauna, nach mindestens, oder jedenfalls gefühlten 2 Jahren Saunaabstinenz. Nun gute Nacht und schlaft recht schön…….

Donnerstag, 09. Dezember 2021

Wir liefen zur Kolonnade, um einen oder zwei Becher Heilwasser zu schlürfen, dabei erkundeten wir den gegenüber des Hotels liegenden flachen modernen Hausbau, in welchem sich Läden, ein Kaffee und zwei Heilwassersäulen befinden. Breite Sitzflächen laden zum trinken in Ruhe ein. Vor der Sprudelkolonnade steht ein stattlicher,dampfender Heilwasserspringbrunnen,1571 wurde dieser Heilbrunnen erwähnt. Nun machten wir uns wieder an den aufwärtsführenden Bürgersteig, um zur russisch orthodoxen Kirche,“ Peter und Paul“ zu gelangen. Unterwegs ließen wir die anglistische Kirche, am Felshang befindlich und das Wachsfigurenkabinett beherbergend, links liegen. Nach einem Besuch im Inneren der reich geschmückten Peter und Paul Kirche, spazierten wir die Straße, weiter verlaufend, abwärts führend, Richtung Neustadt und Tepla. Ein großer moderner Boulevard erwartete uns mit wechselnd Damen-/ Herrenkleidungs und Schuhgeschäften. Das Jan Becher haus, Hauptpostamt und stattliches und reich bemaltes Volkshaus, sind unter anderem hier zu finden. Und kurzen Schrittes waren wir aber auch bald wieder in unserer bekannten Kolonnaden- Promenade. Vorbei am 15 Stockwerke hohem Hotel Thermal( dessen gleichnamiges Bad, leider zur Zeit repariert wurde), welches wir am Abend, mit Badesachen beladen, erfuhren. Aber wir fuhren mit dem Fahrstuhl, bis nach oben und hatten nach Nord und Süd, einen hübschen Ausblick, über die Stadt, im Abenddunkel, mit Straßen und Festbeleuchtung, unten. Das gleiche wiederholten wir bei Tageslicht, am übernächsten Tag. Da also das Bad nicht offen war, schlenderten wir Richtung Theater und sahen an einer vermeintlichen Hauswand, ein Plakat, von einer weiteren Seilbahn. Wir befanden uns nun auf der, durch Fluss und Fußgängerzone, gegenüberliegenden Seite, der Standseilbahn, zum Hirschsprung. Plötzlich tat sich die vermeintliche Hauswand, als Schiebetür auseinander und gab den Blick auf einen Tunnel frei. Dies war also der Eingang zur Tunnelstandseilbahn,(60 sek.,von Losfahrt bis zum Ausstieg, Fahrtzeit) welche zur Oberstadt fährt. Oben angekommen, wird gleich das riesige Hotel „Imperial“ sichtbar. Beeindruckend und Zweiarmig, mit schönen Baumanlagen, im Vordergrund. Aber im Dunkeln ist Alles geheimnisvoll, also kommen wir nochmal bei Tageslicht hierher. Zurückgezuckelt kehrten wir beim braven Soldaten Schwejk ein und probierten auch gleich nach einem lekkeren Mahl, den berühmten Becherovka, als Verteilerli aus. Zuhause wartete der Scype mit Jule, Max hatte am nächsten Tag erst Zeit….

Freitag, 10. Dezember 2021

Heute holte ich frühmorgens, vor dem Frühstück schon Wasser aus der Heilquelle. Und der Tag begann erst später, oder verlief mal anders. Wir erkundigten uns nach Heilanwendungen odr Moorbädern. Liefen dann den Boulevard zu Lazne III, dort buchten wir für Montag 2mal Moorbad. Gleich, war nicht mehr möglich. Etwas weiter, im Elisabethbad kauften wir 2mal Sprudelbade anwendungen, im warmen Heilwasser, für gleich. Für jeden von uns war ein kleiner Raum, mit gusseisener Badewanne und Ruheliege reserviert, eine Angestellte betreute uns im Wechsel. 20Min. Warmwassersprudelbad und hinterher 10min. Ausruhen, dick eingepackt, ersetzt jede Sauna. Wir verliessen als Jungspunde das altehrwürdige Badehaus. Die Sonne zeigte sich zaghaft, wir kauften im benachbarten Magazin ein und picknickten auf der Parkbank, am Flussufer. Als die Sonne allzubald wieder hinter den hohen Villen verschwunden war, liefen wir zum Hotel zurück und verfielen in einen Dornrösschenschlaf….

Samstag, 11. Dezember 2021

Frühstück wartete, jetzt waren auch schon deutlich mehr Hotelgäste zu verzeichnen. Auch auf dem Boulevard wurde es belebter. Wir strebten wieder Richtung Thermal Hotel und genossen den Ausblick, aus dem 15. Stockwerk, zumal die Weitsicht auch durch gutes, klares Wetter gelang. Anschließend liefen wir nochmal die belebte moderne Einkaufsstraße entlang, um einen kleinen Musikübertragenden Lautsprecher zu erstehen, da vor zwei Tagen das einzige Geschäft dafür geschlossen hatte. Wir hatten keinen anderen Laden mit Lautsprechern gesehen, jedenfalls. Immer nur Kleidung, Schuhe ,Taschen und Schmuck. Im Hotel hören wir gute Musikstücke, auch von Smetana, Die Moldau, von Karel Svoboda, Bine Maja (weil ein Quellpavillion, Svoboda quelle heißt),und weitere Musik mehr. Am Nachmitt ag Wanderten wir in die entgegengesetzte Richtung und fanden im Park, am Hotel „Pupp“vorbei. Büsten und Ferse von Goethe,und weiteren Dichtern oder berühmten Menschen. Wir kauften, zurück in unserm Minimarkt(gleich neben dem Hotel gelegen) ein,fürs Abendbrot und aßen auf dem Zimmer….

Sonntag,12. Dezember 2021

Heute fahren wir mit der Tunnelbergbahn nochmal zum Hotel“ Imperial“, den Berg hinauf, laufen ein Stück und kommen zu einem hübschen Ausblick über die Stadt und den Höhenzügen rundherum,mit dessen zahlreichen, Kreuzen und Ausgucken. Hir haben derer von Lützow eine stattliche Villa, mit eigenem runden Aussichtstürmchen. Dazu brachte ich in Erfahrung, daß der Herr von Lützow, einstens, auf dem gegenüberliegenden Felsen ein gedenkstein,mit einer Gazelle errichten liß und wurde vom Berliner Bildhauer, A.Kiss gefertigt. Anschließend statten wir dem Hotel „Imperial“, einen Besuch ab, nur zum Gaffen und die High Soseiety beckucken. Wir finden den Prunk dann doch zuviel und fahren wieder zu unserer Stadtmitte zurück. Von hier aus, beschließen wir zum Fluss Eger zu laufen, der unweit von uns, die Tepla aufnimmt. Hier, im schon erwähnten modernen Viertel, befinden sich Busbahnhof und Kleiner Bahnhof und ein großer Supermarkt, in einer schönen, ehemaligen Markthalle, aus Kaisers Zeiten. In welcher wir eine Schale mit geshnittenem, gemischtem Blattsalat, Käse und Zutaten für eine Salatmalzeit bekommen. Am Abend besuchen wir die hauseigene Sauna und sehen Tatort….

Montag,13. Dezember 2021

Das Frühstück fällt heute wieder ohne großes Büffet aus, denn die meisten der Gäste sind abgereist, uns störts nicht und am Abend erfahren wir vom Portier des Hotels, wir sind nur noch 3 Gäste insgesammt. Wir kauften dann noch einige Tüpisch, Karlsbader Köstlichkeiten, für die Daheimgebliebenen. Als nächstes war es Zeit, zum Moorbad, welches wir in der Badeanstalt 3, reservieren ließen. Es waren 2 Kabinen vorbereitet und 20min Moorwannenbad und 5min Ruhezeit, verliefen sehr angenehm und wohltuend für uns. Zuhause im Hotel, ließ es sich am Besten ausruhen. Wir gingen nun zum Kaffeetrinken in die gegenüberliegende Kolonnadenhalle, anschließend spazierten wir in entgegengesetzter Richtung einige der Wege, welche wir in den vergangenen Tagen schon gingen. Immer wieder werden neue Perspektiven und Schmucke Jugendstildetails sichtbar. Nun steht Kofferpacken an, denn am nächsten Tag ist Abreise.

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