Einmal um den Bodensee
Sonntag, 12. Juni 2022
Anreise
Start 8.00 Uhr
Frühstück Rasthof Fläming
Lt. Google Maps benötigen wir bis Konstanz ca. 8 1/4 Stunden plus 2 Stunden Pause hieße etwa Ankunft 18.15 Uhr. Die Fahrrad-Agentur in Konstanz hat bis 19.00 Uhr auf – könnte klappen!
Die Wahrheit ist, dass wir um fünf vor sieben immer noch zehn Minuten vor dem Ziel sind und deswegen anrufen, dass wir die Räder erst morgen abholen – kein Problem.
Dank meiner defensiven Fahrweise schaffen wir die 820 km mit einer Tankfüllung und haben sogar bei Ankunft noch Sprit für weitere 150 km übrig, obwohl wir in Stuttgart eine Abfahrt verpennen und eine Weile etwas orientierungslos kurz auf einer Nebenstraße unterwegs sind. Wir machen vorher einmal Pullerpause in der Nähe von Bayreuth und später bei Crailsheim, wo wir ein Eis essen und einen Kaffee trinken. Unterwegs lösen wir gemeinsam Kreuzworträtsel und hören nebenbei die Hits der 80er, 90er usw. auf nacheinander Radio PSR, R.SA, Bayern Eins und zuletzt SWR1.
Ankunft kurz nach sieben im B+B Hotel wo man Bier an einem Automaten neben der Reception ziehen kann. Abends auf einer Rhein-Terasse Putensteak und Gemüse gegessen. Später zieht ein Gewitter auf.
Montag, 13. Juni 2022
1. Etappe: Konstanz – Gailingen
Nachts hat es ziemlich viel geschüttet und gewittert und jetzt hängt der Himmel voller grauer Wolken. Wir gehen um halb neun Frühstücken und nehmen gleich das Gepäck mit runter, das vom Reiseveranstalter zu unserer nächsten Unterkunft transportiert wird.
Danach wie so oft im Urlaub noch mal hingelegt und wieder eingeschlafen.
Um zehn checken wir aus und fahren zwei Straßen weiter zum Radreiseveranstalter. Dort wartet man schon in einer großen Halle voller roter Fahrräder auf uns und Susanne kauft sich ein Paar fingerlose Fahrrad-Handschuhe. Unser Auto können wir in der Nähe für die Dauer der Radtour abstellen.
Los gehts. Über eine Rheinbrücke kommen wir auf die Südseite und befinden uns kurz danach in der Schweiz.
Hier verläuft ein gut angelegter und ausgeschilderter Radweg über Felder meist parallel zu einer Regionalbahnstrecke. An einem alten Bunker machen wir unsere erste Pause. Der Bunker ist Teil einer Verteidigungsanlage, die man 1937 gegen den aggressiven Nachbarn im Norden angelegt hat. Über uns summt ein großer Zeppelin.
Die Wolken haben sich verzogen und von jetzt an scheint den Rest des Tages eine erbarmungslose Sonne auf uns herunter.
In Steckborn machen wir die nächste Pause und beobachten drei Taucher, die sich gerade in die Tiefe verabschieden.
Nach ca. 40 km erreichen wir einen schönen Marktflecken namens Diessenhofen wo wir uns vor einem Lokal ein alkoholfreies Pils sowie einen Eiskaffee genehmigen. Macht 20 Franken. Ich habe einen leichten Sonnenbrand.
Über eine schöne alte Hausbrücke geht’s über den Rhein und wir sind wieder in Schwaben. Den restlichen Kilometer bis zu unserem Hotel müssen wir die Räder eine steile Straße hinauf schieben. Bei Lidl holen wir uns was zum Abendbrot und schlafen kurz danach erschöpft auf unserem Zimmer ein.




Dienstag, 14. Juni 2022
2. Etappe: Gailingen – Überlingen



Um acht aufgestanden, auf der Terasse im Hotel nebenan gefrühstückt und um neun losgefahren. Die meisten anderen Hotelgäste sind ebenfalls Radtouristen, die Mehrzahl davon wiederum im Gegensatz zu uns mit elektrischer Unterstützung.
Wir rollen mit angezogener Handbremse die steile Straße zum Fluß hinunter, die wir gestern abend mühsam die Räder hinauf geschoben haben. Wir machen ein Foto vor der schönen Hausbrücke und eine Ehepaar mit Hund sagt zu uns, dass heute ein schöner Tag zum Fahrradfahren ist, was wir aber erst auf Nachfrage verstehen, nachdem sie ihre Feststellung auf Hochdeutsch wiederholt haben.
Die Sonne knallt schon um diese Uhrzeit erbarmungslos vom strahlend blauen Himmel herunter und ich merke, dass ich mir meine Unterarme gestern definitiv sonnenverbrannt habe. Wir fahren durch Getreide- und Klatschmohnfelder und nach kurzer Zeit verlassen wir schon wieder die Europäische Union und befahren plötzlich Schweizer Territorium ohne es so richtig zu merken. Im schnuckeligen Mittelalter-Städtchen Stein am Rhein ziehen wir uns hundert Franken aus einem Geldautomaten, nur um mal zu sehen, wie dieses Geld aussieht. In Öhningen sind wir wieder auf deutschen Gebiet.
Im Örtchen Wangen setzen wir uns auf eine schattige Bank und Susanne geht baden.
Der Radweg ist immer durchgehend asphaltiert aber leider nicht nur eben – wenn’s uns zu steil wird, steigen wir ab und schieben.
Die nächste Pause gönnen wir uns erst in Radolfszell in einem Strand-Bistro mit Blick auf den See, trinken Eiskaffee und 2 Weizenbier ohne Alkohol und überlegen kurz, ob wir mit dem Zug oder auch mit der Fähre zu unserem Tages-Ziel Überlingen fahren sollen. Wir entscheiden uns dann doch, die verbleibenden ca. 26 km mit dem Fahrrad zu radeln und erreichen kurz nach sechs das B+B-Hotel Rotes Haus. Bei einem KIK (obwohl ich normalerweise in solchen Läden niemals einkaufe) holen wir ein paar T-Shirts mit langem Arm in meiner Größe und gegenüber bei EDEKA Salat, Käse und Bier.






Mittwoch, 15. Juni 2022
3. Etappe: Überlingen – Kressbronn-Gohren
Frühstück halb neun im Untergeschoss des B+B Rotes Haus, dann wieder meditiert und um zehn zum See hinunter gerollt.
In Friedrichshafen ins Strandbad, Susanne geht baden und ich schlafe im Schatten einer großen Eiche ein.
Nach zwei Stunden fahren wir am Zeppelin-Museum vorbei. Der Rest der Tagesstrecke führt durch schattiges Gebiet in Seenähe mit Alpen-Panorama und wir kommen irgendwann am Yachthafen an, wo wir bei einem Italiener zu Abend speisen. Danach setzen wir uns an die Einfahrt zum Yachthafen und beobachten die ein- und auslaufenden Boote. Unser Zimmer hat einen riesigen Balkon, von dem man auf den Parkplatz blickt.






Donnerstag, 16. Juni 2022
4. Etappe: Kressbronn-Gohren – Arbon (Steinach)
In der Nacht hats gewittert
Frühstück um neun auf der Terasse mit Blick auf den Yachthafen. Als wir fertig sind ziehen wieder Regenwolken auf, die bleiben aber harmlos. Wir starten nach unserem Frühschlaf um zehn Richtung Bregenz(A). Heute befahren wir also vier Länder: Baden-Würtenberg, Bayern, Vorarlberg in Österreich und den Kanton St. Gallen in der Schweiz, wo wir heute auch übernachten werden. Im bayerischen Lindau fahren wir in die Altstadt, die auf einer Insel liegt. Am Hafen ist viel los. Wir essen ein Eis und beobachten einen Gaukler. Weiter geht’s Richtung Bregenz. Auf dem Radweg herrscht Hochbetrieb in beide Richtungen. Wir sind mit unseren Nicht-E-Bikes genauso bremsend wie zwei Trabis auf der Autobahn. In Österreich ist heute offenbar Feiertag. Um zwei geht ein höllisches Gewitter über den Ort hernieder. Wir waren durch die Wetter-App gewarnt und suchen Schutz in den Kolonaden eines Einkaufscenter, deren Läden auch geschlossen haben. In einer Sushi-Bar im Untergeschoss nehmen wir einen Snack und wundern uns über eine Rechnung von 50,- Euro (auf der Rechnung steht 2x Feiertags-Buffet). Nach einer Stunde ist das Gewitter vorbei und wir treten wieder in die Pedale. Quer durch intensiv duftende frischgemähte Wiesen, vorbei an Obstplantagen und Weinhängen sowie im Schatten einer Autobahn-Schallschutzwand erreichen wir nach einer Weile wieder schweizer Gebiet. Dort müssen wir eine Weile eine markierte Spur auf einer stark befahrenen Fernverkehrsstraße benutzen bis wir an einen Kreisverkehr mit einem Hundertwasserhaus kommen. Unser Hotel liegt im Arboner Vorort Steinach direkt an der Hauptverkehrsstraße zu der auch unser Zimmer liegt. Unten ist eine Art kleiner Edeka, die hier Volg heißen. Hinten raus ist ein Biergarten. Wir holen uns was im Laden und setzen uns schräg gegenüber in einen Kirchgarten. Danach kurz zum nahegelegenen Ufer.


Freitag, 17. Juni 2022
5. Etappe: Arbon-Konstanz
Letzte Etappe. Außer uns frühstücken nur noch die große Frau und Egon Olsen, denen wir immer mal wieder auf der Tour begegnet sind. Beim Losfahren um zehn schließen sie auch gerade ihre Räder los und wir erfahren, dass der Feiertag gestern in Österreich und Bayern Fronleichnam war. Kennen wir Berliner ja nicht.
Die heutige Strecke ist die kürzeste und auch die anspruchsloseste – kaum Steigungen und den See immer im Sichtweite. Trotzdem müssen wir wegen der Hitze nach zwei Stunden eine Pause einlegen. Um eins sind wir in Konstanz und landen mitten in Trubel am Hafen und in der Altstadt. Wir essen ein Eis und fahren über eine Brücke und an den Rheinterassen zuerst zum Parkplatz, wo unser Auto steht, laden alles aus den Gepäcktaschen um und radeln dann ein paar Straßen weiter zum Reiseveranstalter und geben die Räder ab. Danach Duschen im Hotel und Nachmittagsschlaf. Abends Quizshow im Ersten und zur Tankstelle.



4 Kommentare zu „Einmal um den Bodensee“
durchhalten!
Da kommen Erinnerungen hoch. An der Brücke in Gailingen habe ich auch gestanden, im August 2019. Viel Spaß weiterhin und immer genug Luft in den Reifen.
Na, da habt Ihr ja eine Menge gesehen,erlebt.schöne Bilder! Viel Spaß weiterhin.lg Conny,Recep und Buddy
egon ohlsen und seine frau haben die tour auch gemacht? haste dir ein autogramm geben lassen.
ich bin auch fleißig fahrrad gefahren. zweimal schon um den moorteich.