Schweiz 2022

Schweiz 2022

Sonntag, 19. Juni

Singen-Hohentwiel

Laaaange geschlafen – draußen herrschen 35° im Schatten. Es gibt keinen Grund das klimatisierte Hotelzimmer außer zum Frühstück zu verlassen.
Um 17.00 Uhr trauen wir uns dann doch hinaus und fahren zum Parkplatz des Strandbades und des MAC (Museum of Art and Cars), von wo ein kostenloser Bus hinauf zum Hohentwiel fährt. Das ist ein Vulkankegel , auf dem sich eine Burgruine mit Super-Ausblick befindet. Klingt interessant für einen Drohnenflug…
Leider sollte es der letzte gewesen sein. Denn kaum, dass ich Drohni in der Luft habe, kommt ein Museums-Angestellter rausgerannt und ruft: „Hör ich da eine Drohne? Des isch verboten!!!“ Er beruhigt sich garnicht gar nicht wieder und ich mach einen Steuerungsfehler und meine Drohne bleibt in 30 m Höhe in einem Ast hängen. No chance anyway. Leb wohl Drohni! Vielleicht findet sie mal jemand nach einem starken Sturm und ruft die Handynummer auf der Plakette an.
Abends im Hotel u.a. Fleischkäse mit schwäbischem Kartoffelsalat gegessen und Tatort mit Batic und Laitmayr.

Montag, 20. Juni

Singen – Rheinfall – St. Moritz

Nach’m Frühstück ausgecheckt und nach einer halben Stunde Ankunft am berühmten Rheinfall. Um diese Zeit noch nicht so voll. Beeindruckendes Naturschauspiel!
Nach 1 1/2 Stunden und vielen Fotos geht es weiter. Autobahn-Vignette (40,- Franken!) gekauft und dann Schweizer Autobahn über Zürich und Chur und bei Thusis auf die Landstraße Richtung St. Moritz. Alles erinnert sehr an eine Fahrt via Brenner nach Italien. Einmal müssen wir eine Pause bei McDonalds machen um uns dort im Wlan anzumelden und unser Google Maps-Karten nachzuladen.
Die letzten 40 km auf der Landstraße sind für mich als Flachländer eine Herausforderung. Nicht enden wollende steile Haarnadelkurven bis über die Baumgrenze, immer mit einer Kolonne ungeduldiger Einheimischer hinter uns. An einem Stausee-Parkplatz machen wir Halt und lassen sie passieren.
Die letzte Straße ist mir zu steil und wir stellen das Auto im Ort ab und keuchen die letzten 500 Höhenmeter mit dem Koffer zu Fuß hinauf.
Das Abendbrot, Zwiebelsuppe und Engadiner Rösti macht inkl. Getränke schlappe 109,- Franken…
Der Blick auf das gegenüberliegende Gebirgsmassiv mit dem Pik Bernina ist gigantisch!

Dienstag, 21. Juni

Bernina-Express

Halb neun mit dem Hotel-Shuttle zum Bahnhof. Snack und Kaffee im Becher gekauft. 9.17 Uhr startet der Panorama-Zug der Rhätischen Bahn in Richtung Tirano (Italien). Die Fahrt dauert etwa 2 1/2 Stunden und führt auf über 2000 m an diversen Gletchern vorbei bis ins Veltin in der Lombardei. Auf halber Strecke steigen wir an der Station „Alp Grüm“ aus wo man Selfies vor dem Piz Palü machen kann. Danach geht’s spektakulär bergab bis Poschiavo und vorbei an einem See gleichen Namens. Bei Brusio macht der Zug auf einem interessanten Viadukt eine 360°-Schleife und kurz nach 11.00 Uhr sind wir in Tirano. Unsere Rückfahrt geht erst 16.06 Uhr und es herrschen über 30°C. Einen richtigen Plan für die Zeit bis zur Abfahrt haben wir nicht. Wir durchlaufen die Altstadt und setzen uns dann in einen schattigen Park. Danach gehen wir zur Santuria della Madonna di Tirano, einer prächtigen Wallfahrtskirche aus dem 16. Jhrd. Kurze Andacht in angenehmer Kühle. Auf dem Rückweg Eis und Capuccino. Zurück zum Park aber immer noch zwei Stunden Zeit, die wir dann doch irgendwie rumkriegen. Auf der Rückfahrt haben wir dann einen Panorama-Waggon fast ganz für uns allein, nur am anderen Ende sitzen noch zwei Leute. Es gibt wie auf der HInfahrt Bernina-Schokolade und Bernina-Eistee. Als wir kurz vor halb sieben in St. Moritz ankommen, regnet es und wir lassen uns von einem Taxi zu dem Parkplatz bringen, wo unser Auto seit gestern abend steht. Dann kurz zu coop einkaufen und halb acht sind wir wieder in unserem Hostel. Es gibt natürlich auch eine Straße für normale Autos zu unserer Unterkunft. Mit Einbruch der Dunkelheit zieht ein Gewitter auf, dessen Donnergrollen durch die gegenüberliegende Gebirgswand verstärkt wird.

Mittwoch, 22. Juni

St. Moritz

Wie angekündigt regnets heute, obwohl St. Moritz im Durchschnitt über 320 Sonnentage im Jahr haben soll. Wir nutzen die Zeit zum Wäschewaschen. In einem Waschraum kann man für 4 Franken eine Waschmaschine und für 3 Franken einen Waschetrockner für jeweils eine Stunde benutzen. Nebenan kann man die Zeit in einem Raum mit Flipper-Automaten überbrücken. Wir sind ganz alleine hier. Um 15.00 Uhr fahren wir mit dem kostenlosen Hotel-Shuttle hinunter in den Ort St. Moritz. Hauptattraktion ist ein schiefer Kirchturm, der um einiges schiefer ist als der berühnte Campanile in Pisa aber auch nicht unbedingt schiefer als der Glockenturm in Bad Frankenhausen. Der Rest des Ortes wird von Luxus-Hotels und -Geschäften bestimmt. St. Moritz ist einer der exklusivsten Wintersport-Ressorts der Welt und war zweimal Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Da der Regen nicht nachlässt, setzen wir uns in eine Konditorei mit Bergblick und teilen uns ein Stück Pfirsichtorte und trinken Kaffee bzw. Grünen Tee. Im Infocenter kauft Susanne ein halbes Pfund Kaffee als Souvenir. Wir bestellen den Hotel-Shuttlebus telefonisch zu um 18.15 Uhr zum Bahnhof, holen uns vorher noch im dortigen microlingo-Markt was zum Abendbrot sowie zum Frühstück für morgen und sind um halb acht wieder oben auf unserer Hütten. Abends Le train mit Jean Louis Trintignant und Romy Schneider auf arte gesehen.

Donnerstag, 23. Juni

St. Moritz – Zürich

Nochmal ein schönes Panoramabild der Wolkendecke vor dem Gebirgsmassiv gemacht:


Auschecken um 9.00 Uhr, im Ort an SB-Tankstelle getankt und über den Julierpass wieder zurück zur Autobahn. Diesmal weiß ich, was uns erwartet, was die Fahrt entspannter macht.
Erste Pause beim gleichen McDonalds wie vor drei Tagen und es sind schon wieder 30°C. Durch diverse Tunnel sowie entlang schöner Alpen-Panoramen erreichen wir gegen 14.00 Uhr unser hippes ibis Budget Hotel im Züricher TechnoPark. Nachdem Duschen fahren wir mit der Tram in die Altstadt und besteigen einen Dampfer zur kleinen Rundfahrt auf dem Zürich-See. Hier gilt ÖPNV-Tarif. Zürich zählt seit vielen Jahren zu den Städten mit der weltweit höchsten Lebensqualität – allerdings auch zu den teuersten. Zur Attraktivität trägt nicht zuletzt die Lage um den See aber auch ein perfektes Nahverkehrssystem bei. Es wird viel gebaut. Gegenüber unserer Unterkunft hat man eine alte Fabrikhalle zum Shopping- und Fitnesscenter umgebaut, wo wir uns Salat und Bier beim microlinga holen und auf dem Turbinenplatz zu Abend essen. Danach über eine Fußgängerbrücke den Fluß Limmat überquert und uns an eine Uferpromenade gesetzt. Susanne taucht ihre Füße in die Strömung. Hier sitzen viele junge Leute und einige Verwegene lassen sich von der starken Strömung ein Stück vom Fluss transportieren. Als es in der Ferne anfängt zu donnern gehen wir zum Hotel zurück und setzen uns in die Lobby, da unser Zimmer außer den Betten nicht wirklich bequeme Sitzmöglichkeiten bietet.

Freitag, 24. Juni

Zürich

Die Wetter-App sagt ab Mittag Regen voraus, deswegen wollen wenigstens den Vormaittag zu Stadterkundung nutzen. Das Frühstücksbuffet für 15,- Franken erscheint uns erstmal nicht gerechtfertigt, so holen wir uns einen Kaffee und einen Keks am Automaten in der Hotel-Lobby für einen Bruchteil des Preises und ich esse später in einer Markthalle noch ne Schrippe. Susanne kauft dort eine Marmelade für Jule. Die Markthalle liegt unterhalb eines Eisenbahn-Viaduktes unter dem sich noch weitere trendige meist Klamotten-Shops befinden. Eigentlich brauch ich mal wieder ne Hose und wir gehen in einen Jeans-Laden. Die geringe Auswahl und das gehobene Preisniveau lassen uns dann gleich wieder den Laden verlassen. Viel interessanter ist, dass man an mehreren Stellen auf das Viadukt hinauf gehen kann. Oben verläuft neben einer Eisenbahnlinie ein breiter Fußgänger- und Fahhradweg auf dem wir den Fluß Limmat überqueren. Unterhalb der Brücke befindet sich eine Art Badeanstalt und ein Typ springt immer wieder von der Brücke in den Fluß, lässt sich von der Strömung 100 m weiter zur nächsten Leiter treiben, krabbelt eine Mauer hoch, rennt diese zur Brücke zurück und das gleiche beginnt wieder von vorn. Wir sehen uns das eine Weile an und laufen dann am Fluss entlang zu der Stelle, wo wir gestern abend saßen und als wir auf die andere Seite wollen beginnt’s zu donnern. Susanne verschwindet schnell in unserem coop und dann gehen wir ins Hotel und es beginnt zu regnen und hört auch heute nicht mehr auf.
Trotzdem raffen wir uns zwei Stunden später wieder auf und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Einkaufszentrum Letzipark. Mir tut die Hüfte weh und ich habe als wir ankommen keine Lust auf Shopping. Mit dem Bus zurück und Quizshow im Ersten geguckt. Um acht gehen wir ins Kino und sehen uns den neuen Elvis-Film mit Tom Hanks als Colonel Parker an. Der Film dauert fast drei Stunden mit einer kurzen Pause – ist aber meiner Meinung nach sehenswert. Es sind etwa 30 Leute im Saal, in dem es 500 Plätze gibt. Im Saal nebenan läuft der Film in Originalsprache.

Sonnabend, 25. Juni

Rund um Zürich

Lange geschlafen, Kaffee und Keks aus dem dem Automaten in der Lobby. Dann zur Haltestelle Schiffbau, nach einigen Schwierigkeiten 24-Stunden-Karte gekauft und mit O-Bus zur Haltestelle Römerhof und da mit Standseilbahn hinauf zum Rigliblick – Schöner Ausblick auf Stadt und See. Dann wieder runter und mit Tram zur Station Kunsthaus und mit Zahnradbahn hinauf zur Bergstation Dolderbahn – wieder ein schöner Ausblick auf Stadt und See. Wir laufen eine Station hinunter, steigen wieder in die Zahnradbahn und rattern hinab. Dann mit Tram und O-Bus zum Bahnhof Selnau, dort in die S10 und hinauf gehts u.a. über Binz (Tatsache!) zum 900 m hohen Uetliberg. Dort musiziert eine Trachtenkapelle und nach 15 min. Fußmarsch stehen auf dem Hausberg Zürichs und haben den besten Blick über fast den gesamten Zürichsee. Wenn man will kann man noch einen Stahlgerüst hoch steigen und ist dann noch 30 m höher – aber das ist nichts für mich. Wir essen einen Flammkuchen, später ein Eis, sehen den Drachenfliegern zu und machen mal wieder viele Fotos.
Nach der Rückkehr gehen wir zu Lidl, alle anderen Supermärkte haben schon zu, setzen uns auf den Turbinenplatz und füttern die Spatzen.

5 Kommentare zu „Schweiz 2022

  1. das tut mir aber leid mit der drohne.
    kann sie wenigstens noch bilder senden an dich?
    ihr erlebt ganz schön viel auf eurer reise.
    wie immer beneide ich euch darum.

  2. Oh, arme Drohni, so ganz allein in 30 Meter höhe. Ihr habt schöne und interessante Orte besucht. War die Straße nach St. Moritz so wie die nach Limina?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert